Wasserchemie-Rechner

Quellwasser + Bierstil → Salzzugaben für Hauptguss & Nachguss

Dein Ausgangswasser
💡 Werte findest du beim Wasserversorger (Trinkwasseranalyse) oder im Wasserlabor-Bericht.
Wassermengen
Total: 35.0 L. Salze werden proportional auf Hauptguss und Nachguss aufgeteilt.
Zielprofil
Hopfenbetont: Hohes Sulfat verstärkt Bitterkeit & Trockenheit
Beispiele: IPA, Pale Ale, NEIPA, Double IPA
Ziel-Maische-pH: 5.2
Ca²⁺
100 ppm
Mg²⁺
10 ppm
Na⁺
10 ppm
Cl⁻
50 ppm
SO₄²⁻
200 ppm
HCO₃⁻
25 ppm
57
Wasser-Eignung
Anpassung nötig
Schwierige Ionen (zu viel im Quellwasser):
HCO₃⁻+95 ppm (Verdünnung empfohlen)
Tipp: Wenn du keinen Verschnitt mit RO-Wasser machst, kann dieser Stil mit deinem Wasser nicht perfekt erreicht werden. Salze allein reichen nicht zum Reduzieren.
Empfohlene Zugaben
Gypsum (CaSO4)
10 g
Raises Sulfate by ~160ppm for bitterness/crispness.
Hauptguss
5.7 g
Nachguss
4.3 g
Calcium Chloride (CaCl2)
1.5 g
Raises Chloride by ~20ppm for maltiness.
Hauptguss
0.9 g
Nachguss
0.6 g
Milchsäure 80%
11 ml
pH-Absenkung auf ca. 5.2
Hauptguss
6.3 ml
Nachguss
4.7 ml
Quellwasser vs. Ziel
Ion
Quelle
Ziel
Ca²⁺
50
100
Mg²⁺
10
10
Na⁺
10
10
Cl⁻
30
50
SO₄²⁻
40
200
HCO₃⁻
120
25

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So funktioniert der Wasserchemie-Rechner

Wasser ist die größte Zutat in jedem Bier — und gleichzeitig die am häufigsten unterschätzte. Die Mineralien im Brauwasser (Kalzium, Magnesium, Natrium, Chlorid, Sulfat, Bicarbonat) bestimmen den Maische-pH, die Hopfenwahrnehmung und den Mundgefühl-Charakter eines Stils.

Der Rechner vergleicht dein Quellwasser mit dem optimalen Profil für den gewählten Bierstil und schlägt konkrete Salzzugaben vor. Calciumsulfat (Gypsum) bringt Sulfat für Bitterkeit und Trockenheit, Calciumchlorid bringt Chlorid für Vollmundigkeit und Süße, Bittersalz (Epsom) hebt das Magnesium, und Milchsäure 80% senkt die Alkalinität.

Wichtig zu wissen: Salze nur zugeben, niemals wegnehmen. Ist dein Wasser bei einem Ion (z.B. HCO₃⁻) deutlich über dem Ziel, hilft nur Verschnitt mit Umkehrosmose-Wasser oder Säure-Korrektur. Genau das zeigt unser Eignungs-Score: ein Wert unter 40 bedeutet, dass du den Stil mit Salzen allein nicht treffen wirst.

Häufig gestellte Fragen

Wo finde ich die Werte für mein Leitungswasser?
Die meisten Wasserversorger publizieren eine jährliche Trinkwasseranalyse online. Suche nach 'Trinkwasseranalyse [Gemeinde]' oder 'Wasserhärte [PLZ]'. Du brauchst Ca, Mg, Na, Cl, SO₄ und HCO₃ in mg/L (= ppm). Falls dein Versorger nur Härtegrade angibt: 1 °dH ≈ 7.14 ppm CaCO₃, das hilft als grobe Schätzung. Genauer ist eine Wasseranalyse über ein Brauerei-Labor (~30-50 €) oder ein Wasseranalyse-Kit für Hobbybrauer.
Welcher Bierstil braucht welches Wasserprofil?
Faustregel: helle Lager (Pilsner, Helles, Kölsch) brauchen sehr weiches Wasser mit wenig Mineralien. IPAs profitieren von viel Sulfat (200+ ppm) für trockene Bitterkeit. Stouts und Porter vertragen hohe Alkalinität (HCO₃ 150-200) wegen der Röstmalz-Säure. Belgian Ales und Witbier wollen ausgewogene Sulfat:Chlorid-Verhältnisse. Der Rechner setzt diese Profile automatisch wenn du den Stil wählst.
Was ist das Sulfat-Chlorid-Verhältnis (SO₄:Cl)?
Das Verhältnis von Sulfat zu Chlorid bestimmt den Charakter des Bieres. Über 2:1 → trocken, hopfig (typisch IPA). Etwa 1:1 → ausgewogen (typisch Pale Ale). Unter 1:2 → malzig, vollmundig (typisch Stout, Bock). Beide Ionen sind in Spuren in praktisch jedem Wasser, aber das Verhältnis macht den geschmacklichen Unterschied.
Was tun wenn mein Wasser zu hart ist?
Hartes Wasser (hohe HCO₃, Ca, SO₄) lässt sich nur durch Verdünnung mit Umkehrosmose-Wasser (RO) reduzieren. Salze können nichts wegnehmen, nur hinzufügen. Ein 50:50-Verschnitt mit RO halbiert alle Ionen, danach kann der Rechner gezielt aufsalzen. Für die Alkalinität (HCO₃) gibt's auch chemische Korrektur mit Milchsäure 80%, aber nur bis zur Geschmacksgrenze (ca. 0.5 ml/L) — der Rechner warnt automatisch wenn diese Grenze überschritten würde.
Salze nur in den Hauptguss oder auch in den Nachguss?
Salze gehören in beide Wassermengen, weil sie die gesamte Würze beeinflussen. Der Rechner verteilt die Total-Menge proportional zur Wassermenge. Säuren (Milchsäure, Phosphorsäure) sind wichtiger im Hauptguss für den Maische-pH, im Nachguss reicht oft eine kleinere Menge zur Stabilisierung. Wenn du es genau nimmst: 70-80% der Säure in den Hauptguss.